Ricardo Gondim: Die Zeit, die flieht……

​Meine Seele hat es eilig

​​Ich zählte meine Jahre und entdeckte, dass mir weniger Lebenszeit bleibt als die, die ich bereits durchlebte.

​Ich fühle mich wie jenes Kind, das eine Packung Süßigkeiten gewann: Die ersten aß es mit Vergnügen, doch als es merkte, dass nur noch wenige übrig waren, begann es sie wirklich zu genießen.

​Ich habe keine Zeit mehr für unendliche Konferenzen, wo man Statuten, Normen, Verfahren und interne Vorschriften diskutiert; wissend, das ​nichts erreich​t wird.

​Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen, die ​ungeachtet ihres ​Alters nicht gewachsen sind.

​Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeiten zu kämpfen.

​Ich will nicht in ​Meetings sein, wo aufgeblähte Egos ​aufmarschieren.

​Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten.

​Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen, um sich ihrer Stellen, Talente und Erfolge zu bemächtigen.

​Die Menschen, die keine Inhalte diskutieren, sondern kaum die ​Titel.

​Meine Zeit ist zu knapp, um Überschriften zu diskutieren.

​Ich ​will das Wesentliche, denn meine Seele hat es eilig.

​Ohne viele Süßigkeiten in der Packung…

​Ich möchte neben Menschen ​leben, die sehr menschlich sind.

​Die über ihre Fehler lachen können.

​Die sich auf ihre Erfolge nichts einbilden.

​Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen.

​Die nicht vor ihren Verantwortungen fliehen.

​Die die menschliche Würde verteidigen.

​Und die nur an der Seite ​​der Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten.

​Das Wesentliche ist das, was das Leben lohnenswert macht.

​Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die das Herz anderer ​zu berühren wissen.

​Menschen, denen die harten Stöße des Lebens beibrachten zu wachsen ​​mit sanften Berührungen der Seele.

​Ja … ich habe es eilig … um mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann.

​Ich versuche, keine der Süßigkeiten zu verschwenden, die mir noch bleiben.

​Ich bin sicher, dass sie köstlicher sein werden als die, die ich bereits gegessen habe.

​Mein Ziel ist, das Ende zufrieden zu erreichen – in Frieden mit mir, meinen Liebsten und meinem Gewissen.

Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du merkst, dass du nur eines hast.

Worte, die nachdenklich machen. Worte, die wahrhaftig sind. Mit vollster Zustimmung las ich Zeile für Zeile. Gerne möchte ich dieses wunderbare Gedicht mit Euch teilen.

Insbesondere, weil jenem Herrn dieses geistige Eigentum gestohlen und unter anderem Namen veröffentlicht wurde.

Eine Grausamkeit, welche in Neid, Missgunst und Gier seinen Ursprung fand.

Mme Cardui

Dieser Beitrag wurde am Februar 16, 2020 in Gedicht, Poesie veröffentlicht.

Ein neues Jahr…

Das Jahr ist vorüber

Ein Neues beginnt

Wie flott doch nur die Zeit verrinnt

Das Gestern verblasst

Das Morgen leuchtet hell

Heutige Stunden rasen viel zu schnell

Nur in ihrem Verlust

Spüren wir die vergehende Zeit

Eins zwei Falten machen sich im Gesicht dann breit

Doch was soll’s

So ist das Leben

Für mich könnt‘ es kein Besseres geben

Mit den besten Wünschen zu Silvester und für das kommend neue Jahr…..
Mme Cardui

Winternacht…

Ein kurzes leises Wimmern durchdringt die kalte Nacht. Es ist dunkel. Ringsum nächtliche Stille. Dann wieder dieses verängstigt zarte Wimmern. Meine Schritte werden langsamer. Ich verweile. Lausche.

Mein Versuch, die Herkunft zu orten, schlägt fehl. Ratlos stehe ich da.

Glücklicherweise bin ich nicht alleine. Meine treue Gefährtin begleitet mich. Viel Fell auf vier Pfoten. Betty. Eine Frohnatur. Aufmerksam, freundlich, neugierig, liebevoll, loyal. Ihr Blick immer suchend und findend. Nie lässt sie mich aus den Augen.

Unsere Blicke treffen sich. Fragend. Sie scheint ebenso verwundert & verwirrt zu sein, wie ich.

Dann wieder dieses herzzerreißende Wimmern.

„Such‘ Betty!“

Gemeinsam streifen wir nun durch die dunkle Nacht. Bei jedem Schritt knirschelt der harsche Schnee. Betty eilt voraus. Immer wieder wartend. Auf mich.

Meine kleine Taschenlampe erhellt nur einen Bruchteil vom Dunkel der Nacht. Nur schemenhaft erkenne ich. Ich stolpere. Stürze. Ich hatte einen Baumstumpf übersehen.

Orientierungslos liege ich da. Das Licht der Taschenlampe brennt sich punktuell in den Schnee. Sie liegt etwas entfernt von mir. Durch den Sturz fiel sie mir aus der Hand.

Ein Stubser holt mich ins Hier und Jetzt zurück. In diesem kurzen Moment war ich so froh, Betty an meiner Seite zu wissen. Ich streichel sie dankbar. Zeige auf die Taschenlampe. Ohne Worte. Betty apportiert. Bringt mir in sekundenschnelle das kleine Funzelding.

Ich stehe auf. Klopfe den Schnee von meinen Sachen und hebe die ebenfalls im Schnee gelandete Mütze wieder auf. Da entdecke ich eine frische Spur im Schnee. Kleine Abdrücke. Pfotenählich. Mehr konnte ich daraus jedoch nicht lesen.

Wir folgen der Spur. Betty nimmt die Witterung auf. Aufgeregt prescht sie voran. Anschließend immer wieder ungeduldig zu mir zurück. Ich bin ihr da vermutlich viel zu langsam.

Euphorisch stellen wir fest, dass wir dem zarten Wimmern nahe kommen. Wieder ist mir Betty einige Meter voraus. Diesmal kam sie nicht zurück. Ich suche sie mit dem äußerst dürftig schmalen Lichtkegel der Taschenlampe. Entdecke sie. Verharrend. Starr. Den Schwanz waagerecht nach hinten gestreckt und eine Pfote hebend, angeknickt.

Endlich an jener Stelle angekommen, sah ich, was Betty entdeckt hat.

Ein kleines Knäuel aus rotbraunem Fell. Kaum erkennbar, wo vorne, hinten, oben oder unten ist.

Zaghaft nähert sich Betty und stubst mutig mit der Nase an.

Ängstlich und hilflos schauen uns kleine blaugraue Äuglein an. Trauriges Wimmern folgt.

Im Halbdunkel sehe ich, dass eine kleine Pfote zwischen Ästen klemmt. Der kleine junge Fuchs befand sich in einer misslichen Lage. Er war schwach und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Schneekristalle glitzern wie kleine Funken auf seinem Fell. Vorsichtig schob ich die Äste beiseite. Erschöpft und frierend läßt sich der kleine Fuchs in meine Hand fallen. Ich nehme meine Mütze ab und lege ihn behutsam da hinein. Geborgen, wohlig warm umgeben, schloss er seine Augen.

Betty kam nah heran und schnupperte an dem kleinen niedlichen Racker. Verletzt ist er zum Glück nicht. Jedoch endlos erschöpft. Er schläft ein. Tief in meine Mütze eingekuschelt, die ich fest in meinen Händen halte.

Wir gehen den gleichen Weg zurück. Bis zu jenem Baumstumpf, wo ich stürzte.

Aufgeregt durchkämmt Betty das Gelände. Sie bleibt erneut starr stehen. Knurrt.

Aber gegen wen oder was hegt sie so einen Groll?

Suchend leuchte ich in jede Richtung und folge dem Licht der Taschenlampe. Da! Funkelnde Sterne, in schwarzer Nacht!✨✨

Mehrere Augenpaare sind auf uns gerichtet. Ein aufgeregtes hundeähnliches Bellen ist zu hören. Ich erkannte das Muttertier samt weiterer Welpen.

Vorsichtig lege ich die Mütze ab und weiche zurück. Betty rufe ich zu mir.

Unsicher, ängstlich und trotzdem mutig wie eine Löwin läuft Mutter Fuchs zu meiner Mütze. Begrüßt freudig und erleichtert ihr vermisstes Füchslein. Mit einem kurzen Bellen ruft sie die anderen kleinen Racker heran. So eine herzlich stürmisch wilde Begrüßung habe ich selten gesehen. Mein Herz geht auf.

Der kleine Fuchs purzelt aus meiner Mütze. Noch etwas schlaftrunken, aber überglücklich, tollt er mit seinen Geschwistern herum.

Sie ziehen von dannen. Verschwinden im Dunkeln der Winternacht.

Und wir, meine Betty und ich, ebenso.

So wünsche ich Euch mit diesen Zeilen ein friedvolles, besinnliches Weihnachtsfest.

Mme Cardui

Poetenkasten… perlengleich

Mein liebster Blick

Ist der auf Rosen

Im Regen leuchtend und schimmernd

Durch Tropfen perlengleich geschmückt

Ich bin entzückt und verliebt zugleich

Was kommt als nächstes….

Oh du mein Gartenreich?

Mme Cardui

Poetenkasten…. laue Sommernacht

Ein dunkler Schleier

Funkelnde Sterne

Hunderte Jahre entfernt

Und trotzdem sehe ich sie

Unwissend

Ob sie überhaupt noch existieren

Mme Cardui

Dieser Beitrag wurde am April 10, 2019 in Uncategorized veröffentlicht.

Poetenkasten… Welch‘ Blütenpracht sich heute zeigt…

Mirabelle

Umschwärmt und begehrt vom Insektenreich

Es nahezu einem Orchester gleicht

Die Holzbiene gibt an den Ton

Mit lautem Brummen zieht sie davon

Gemeine Bienen sind summende Schleicher

In meinem Orchester sind sie die Streicher

Lauthals hört man die Amsel tirillieren

Sie wird mir in diesem Stück als Countertenor brillieren

Tagpfauenaugen ruhen sanft auf gleichen Blüten

Genießen die wärmende Sonne in vollen Zügen

Hier und da blitzt es rot am Baum

Marienkäfer sind so hübsch anzuschauen

Unterm Mirabellenbaum lehn‘ ich mich nun zurück

Und genieße schweigend das Meisterstück

Mme Cardui

Dieser Beitrag wurde am März 23, 2019 in Uncategorized veröffentlicht.