Gedanken…

…oder ist Poesie die Liebe der Sinne…

…oder Sinn der Poesie die Liebe…

…oder Liebe der Sinn der Poesie?

Egal wie man es dreht und wendet, es ist und bleibt ein magisches Zusammenspiel jener Bestandteile, welche unser Denken und Handeln einzigartig machen.


Mme Cardui

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Frankreich anno 1680…

An einem sonnigen Wintermorgen öffnen Wir die grossen Fenster des Landhauses. Die Scharniere knacken und es geht schwerer wie üblich. Die Sonnenstrahlen funkeln wie kleine Sterne auf den Eisblumen an der Scheibe und Wir atmen die kalte klare Winterluft tief ein. Es ist still. Die Natur mit all den Tieren und Pflanzen schläft, bis auf……

ein kleines Rotkehlchen, was halb erfroren auf einem der Fensterbretter liegt. Sogleich greifen Wir nach dem Vögelchen und spenden mit Unseren Händen wohlige Wärme. Ein kurzes Augenblinzeln. 

Erschöpft und erfroren liegt das kleine zauberhafte Wesen in Unseren Händen. Dieser Anblick rührt Uns zutiefst und trifft mitten ins Herz. Eine Träne rinnt über Unsere Wange.

Das Haus ist groß, doch besitzen Wir nicht viel. Alles prunk- und prachtvolle ist verkauft, zu Spottpreisen, um Feuerholz für den Winter bezahlen zu können. 

Von all den festlichen Roben, die Wir einst besaßen und all dem funkelden Geschmeide ist nichts übrig geblieben. Auch das Collier des Königs wurde Uns genommen, auf sonderbare Art und Weise. Es war Schicksal, diese prikäre Angelegenheit lebend überstanden zu haben (dazu in einem bald folgenden Beitrag mehr).

Nun haben Wir nur ein einziges Ziel. Lass es Uns möglich sein, dem Vögelchen Gutes zu tun. Es ist Unser innigster Wunsch.

Der Kamin im herrschaftlichen Empfangszimmer ist übermäßig groß. Schon lange haben Wir ihn nicht befeuert, um Holz zu sparen.

Wir klemmen Uns ein samtiges Kissen aus dem Schlafgemach unter den Arm und gehen schnellen Schrittes in die Küche. Früher tummelten sich hier viele Bedienstete, sogar ein François Vatel, doch diese Zeiten sind vorbei. Gerne erinnern Wir Uns an die alten geselligen Zeiten.

Wir feuern den kleinen Herd in der Küche an. Legen das bordeaux farbene Samtkissen in die Nähe, nicht zu heiß und nicht zu kalt. Platzieren Unseren gefiederten Gast behutsam und gleichermaßen besorgt an die wärmende Quelle und hoffen.

Es vergehen Stunden. Unser Rotkehlchen bewegt sich nicht. Spät in der Nacht schlafen Wir in der Küche am großen alten Holztisch ein. Träumten gar, von einem warmen Sommertag, an dem Wir durch geblümte Wiesen wandelten und…..

Unser kleines Rotkehlchen stets um Uns flatterte. Mal hoch hinauf und im Sturzflug zurück. Nach links, nach rechts, Wir sind völlig entzückt. Setzt sich nieder, nah der schönsten wilden Blume die Wir kennen. Pflückt sie zart, mit viel Gefühl. Trägt sie im Schnabel tapfer zu Uns und legt sie in Unsere Hand mit einem zwitschernden….ich danke Euch.

Es zwickt und piekt an Unseren Fingern. Wir wurden geweckt, frech statt zart. Unserem Vögelchen geht es nun endlich wieder gut. Überstanden ist die klare kalte Winternacht.

Der Sonnenkönig und Louise de La Vallière

Eine Empfehlung für Liebhaber Historischer Romane: „Die Geliebte des Sonnenkönigs“ von Dora Duncker.

Herzlichst Mme Cardui


 

Tag der Heiligen Drei Könige… Fälligkeitstag

In Frankreich war der Besitz von Rosen einst ein Vorrecht der Adligen. 

Wer sich das Recht des Besitzes verschafft hatte, musste dem Staat alljährlich am 6. Januar eine Steuer, die sogenannte Rosensteuer, entrichten. 

Dieser Beitrag wurde am Januar 6, 2017 in Uncategorized veröffentlicht.

Die letzte Rose


Der Zorn des Zeus kann sie nicht brechen

Mit Stolz und Anmut trägt sie der Stürme Last

Zehret Lebensmut aus den einfachen Dingen 

Schenket Uns so ihr sinnlich Antlitz mit letzter Kraft



R. Damascena x R. Pimpinellifolia

Stanwell Perpetual (R. Damascena x R. Pimpinellifolia) 

„Stanwell Perpetual“ eine Göttin unter den Rosen. 

Mit bester Empfehlung…. Mme Cardui

Die Büchse der Pandora

Erneut reizt Uns die griechische Mythologie zum Verfassen eines Beitrages.

Allen Ursprungs war es Prometheus, ein Titanensohn, dem die Schöpfung des Menschen gelang. Aus Ton formte er, nach dem Ebenbild der Götter, die Menschen (im Übrigen nur in Gestalt von Männern).

Mit Hilfe von Athene, Göttin der Weisheit und Tochter des Zeus, erhielt der Mensch den Verstand und die Vernunft.

Prometheus stahl das Feuer der Götter. Ihm war bewußt, nur damit kann der Mensch überleben.

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„Raub des Feuers“ Christian Griepenkerl (1839-1916), zu bewundern im Augusteum Oldenburg

Der Raub des Feuers entfachte Zorn in der Götterwelt. Vor allem Zeus war der Menschen überdrüssig und sann auf Rache.

Er ließ das Trugbild einer wundervollen Frau erschaffen, ebenso aus Ton wie die Menschen. Ihr Name: PANDORA, die Allbeschenkte. Alle Gottheiten vereinten bei ihr tugendhafte Charaktere, allumfassendes Talent, Wissen, Schönheit und Liebreiz. Die lasterhaften und zerstörerischen Gaben füllten sie in eine Büchse*, die BÜCHSE DER PANDORA.

Über die Zugabe von Hoffnung und deren Auslegung gehen die Meinungen weit auseinander.

Einerseits, dass Zeus wissentlich und mit böswilliger Absicht die Hoffnung beifügte, um die Menschheit zu verblenden und um die Qualen zu Verlängern.

Andererseits gilt die Hoffnung als rettendes Element. Ohne Hoffnung und den Glauben an Besserung und Erfolg erstarrt die Menschheit im Stillstand und in der Resignation.

N.Renieri, Pandora - N.Renieri / Pandora / Paint./ C17th -

„Pandora“, Nicolas Regnier (1591-1667), Büchse*: wegen einer falschen Übersetzung von Erasmus von Rotterdam um 1500 wurde aus einem „Vorratskrug“ die Bezeichnung „Büchse“. Das Gemälde zeigt wunderschön den geöffneten Krug.

 

Aus Neugier öffnet Pandora die Büchse und Unheil, sowie Verderb brach über die Menschheit herein. Die Hoffnung verblieb durch das schnelle Verschließen in der Büchse und wurde erst wesentlich später durch ein erneutes Öffnen verbreitet. Zu dieser auffällig zeitlichen Verzögerung sind kaum Interpretationen hinterlegt.

So braucht der Mensch, so denken Wir, für die Realisierung des Unheils einiges an Zeit. Zeit, um sich damit auseinanderzusetzen, es zu begreifen und schlußendlich mit Hoffnung und gezieltem Handeln dem Übel entgegenzutreten.

In diesem Sinne hoffen Wir umso mehr auf bessere und gewaltfreiere Zeiten.

Mme Cardui

 

 

Unwägbarkeit der Liebe…

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Tausend Scherben fallen

lautlos, unsichtbar, mit voller Wucht.

Splitter haften überall, hinterlassen Wunden

lautlos, unsichtbar, mit voller Wucht.

Das Herz schlägt schwer,

verwundet und verletzt

nach dem unerbittlichen Kampf um die Liebe.

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Wer liebt der leidet. Für die Unwägbarkeit der Liebe gibt es viele symbolische Darstellungen. Im Besonderen zur Zeit des Barock:

„Ein tosendes Meer, wild aufschäumende Wellen, ein Schiff mit gehisstem Segel.“

Die Reise (Liebe) beginnt voller Hoffnung, Vertrauen, Kraft und mit viel Leidenschaft. Allen noch so großen Stürmen (Widerständen) wird getrotzt.

Und doch geschieht es.

Das Schiff kentert… eine Liebe zerbricht.

Der Kampf ums Überleben beginnt.

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Wir glauben an die Liebe, auch wenn sie manchmal große Wunden hinterlässt.

Denn sie ist es, die Uns am Leben hält.

Lieben… das heißt leben, lachen, glücklich sein, vertrauen, verzeihen und manchmal auch loslassen.

Anbei ein sehr schönes Gemälde von Jan Vermeer van Delft. Alles beginnt mit einem Liebesbrief (Vordergrund) uns wie es endet (Gemälde an der Wand im Hintergrund)… wer weiß?

In diesem Sinne ein schönes Wochenende…

Mme Cardui

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Der Liebesbrief, Jan Vermeer van Delft (1632-1675)

Der Liebesbrief, Jan Vermeer van Delft (1632-1675)

Die Amsel…So recht hat sie

 

Der Winter geht.

Die letzten Fröste kämpfen um die ersten Frühlingsnächte.

Nicht mehr lange, dann verlieren sie diesen Kampf.

Das Erwachen bringt Frohsinn und Leichtigkeit.

Die Begrüßung der Amsel beim ersten Sonnenschein am morgen ist heiter, gesellig und laut:

„STEHET ALLE AUF… FLOTT, FLOTT!

DER TAG BEGINNT…

ES LIEGT IN EUREN HÄNDEN…

NUTZET DIE ZEIT, BEVOR SIE ZERINNT!“

So recht hat sie,

auch wenn sie ist so klein,

auch wenn ihre Sprache eine andere ist.

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Mme Cardui

„Die blaue Amsel, der einsame Sperling genannt“

Kupferstich aus 'Sammlung verschiedener ausländischer und seltener Vögel' von Johann Michael Seligmann, printed in Nurmberg in 1749. Gestochen nach Entwurf von George Edwards (1694 - 1773).

Kupferstich aus ‚Sammlung verschiedener ausländischer und seltener Vögel‘ von Johann Michael Seligmann, printed in Nurmberg in 1749. Gestochen nach Entwurf von George Edwards (1694 – 1773).